200 Hacks für 20.000 Subscriber
Die längste Folge aller Zeiten.
Willkommen zu TextHacks! Nach der OMR wollte ich eigentlich langsam machen. Stattdessen habe ich die längste TextHacks-Folge aller Zeiten geschrieben: 200 Hacks. Weil wir seit dem Wochenende mehr als 20.000 Menschen hier sind.
Danke an alle, die jede Woche mitlesen, mir Grammatikfehler und Themenvorschläge schicken, meine Prompts testen und vor allem: die Folgen weiterleiten. Dieser Newsletter ist nur dank euch gewachsen <3
Wir legen los. 200 Hacks. Und der erste lautet: kurz halten.
Kategorie 1: Kurz halten
Kürze deinen eigenen Text am Ende IMMER.
Fang nicht mit einzelnen Wörtern an zu kürzen. Streich Absätze.
Wer zögert, streicht. Wenn du unsicher bist, ob ein Satz, ein Thema oder eine Expertin wichtig ist: sofort weg damit.
Bist du unsicher, ob ein Absatz weg kann, pack ihn unten ins Dokument in die Rubrik „Stehsatz für später”.
Lies am Ende deinen Text. Ist er rund? Vergiss den Stehsatz.
Streich den ersten Satz. Dein Text funktioniert in den meisten Fällen trotzdem noch.
Streich den ersten Absatz. Falls der Text dann noch funktioniert, war es ein Laber-Absatz.
Teaser und erster Satz doppeln sich? Streichen.
Don’t kill your darlings. Kill your Expertinnen und Protagonisten. Die meisten Texte brauchen nicht mehr als zwei Expertinnen oder Protagonisten. Protagonistinnen 6 und 7, deren Namen sich kein Leser merken kann: streichen.
Streiche inhaltsleere Zitate – auch wenn du ein schlechtes Gewissen gegenüber den Interviewten hast.
Redigiere und kürze, ohne Bescheid zu sagen. Klicke nicht auf „Änderungen nachverfolgen”.
Mach dir klar: Dein Text kann nie ALLES erklären. Er ist kein Sachbuch.
Grenz dein Thema ein und nutze kluge Verlinkungen für Menschen, die mehr wissen wollen. Pack eine Verlinkung nicht hinter ein paar Worte, sondern nutze das Format: (Dieser Link könnte weiterführen).
Denk an deine Zielgruppe: Was muss sie jetzt dringend wissen? Was weiß die Zielgruppe eh? Was interessiert sie sowieso nicht? Das ist wichtiger als: Was willst du als Autor unbedingt im Text unterbringen?
Schreibe zuerst die Minimalversion eines Textes: Welche 3 Punkte MÜSSEN im Text stehen?
Fülle dann auf mit Argumenten und Beispielen, die diese Punkte stützen.
Setze Klammern um alles, was du streichen würdest – aber nicht musst.
Die Kürz-Ampel: Markiere deinen Text mit drei Farben und schneide dann gnadenlos: 🔴 Rot: Muss sofort weg // 🟡 Gelb: Kann gekürzt werden // 🟢 Grün: Bleibt stehen
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Kategorie 2: Struktur
Vor dem Schreiben
Überleg dir zuerst Überschrift und Teaser. Hast du damit Probleme, weißt du noch nicht, worüber du schreiben willst.
Schreib zuerst deine Zwischenüberschriften auf. Alles, was nicht direkt dazugehört: streichen.
Schreib neben jeden geplanten Absatz, welches Thema dort steht. Dann sortier die Themen.
Einstieg
Komm schnell zum Punkt. Bei informativen Texten spätestens im zweiten Satz.
Teaser und Einstieg sind eine Einheit. Schreib nach dem Teaser fort, statt neu auszuholen.
Der erste Satz ist inhaltslos oder pseudo-szenisch? Streichen.
Bei Service-Texten: Keine Allgemeinplätze – direkt mit konkreten Tipps starten.
Aufbau & Länge
Leser lesen in F-Form: Sie scannen zuerst horizontal, dann immer kürzer. Steht das Wichtigste vorne?
Ein Thema pro Absatz. Eine neue Information pro Satz.
Sätze nicht mit Infos überladen. Lieber zwei kurze Sätze als ein verschachtelter.
Quartz-Formel: Texte entweder unter 500 Wörter (Snack) oder über 800 (Tiefe). Alles dazwischen kann weg.
Visuelle Struktur
Auf einem Handyscreen sollte nie nur Textwüste zu sehen sein. Absätze, Zwischenüberschriften und Bullets schaffen Luft.
Aufzählung von mehr als 3 Punkten? Nutze Bulletpoints!
Hast du wichtige Informationen weit hinten im Text? Bullets können helfen, weil hier das Auge wieder hängenbleibt
Kurze Absätze. Faustregel: maximal 3–4 Zeilen auf dem Handy.
Nutze Fettungen, um Infos hervorzuheben.
Fette NICHT die Hälfte des Textes.
Fettest du vor allem in der zweiten Hälfte deines Textes, überprüfe: Stehen die wichtigsten Infos wirklich vorne?
Die KI liebt strukturierte Formate statt Fließtext:
Einfachste Form: Schreibe ein Q & A.
Kreative Formen: Nutze Listicles und Texte, die aus Kategorien bestehen.
Kategorie 3: Überschriften
Die Zeile erzählt eine Geschichte. “Solidarität mit der Ukraine” ist ein Ober-Thema, noch keine Zeile.
Die Zeile erzählt, was WIRKLICH hinter einer Geschichte steckt. Sie nutzt deshalb nicht die bürokratische Wortwahl von Politiker*innen oder einer Pressemitteilung.
Die Zeile hat einen Neuigkeitenwert. Wörter, die keinen Neuigkeitenwert versprechen: “XYZ ist/bleibt Dauer/Streit-Thema”.
Die Zeile ist nicht beliebig. Zeilen wie “Es gibt immer was zu tun” könnten im NGO-Insta-Posting stehen oder im LinkedIn-CEO-Gastbeitrag.
Frage dich: Was ist neu? Was ist überraschend? Worum geht es wirklich? Warum sollte das die Leser*innen interessieren? Was genau an der Nachricht? Was ist der Bezug zum eigenen Leben?
Meine Lieblings-Kombi für Überschriften: Das stärkste Detail + die Nachricht.
Lange Überschriften liegen im Trend.
Für jede Stunde, die du mit einem Text verbringst, beschäftige dich zehn Minuten mit Überschrift und Teaser.
Verben machen Zeilen schöner.
Überschrift und Teaser sollten sich nicht doppeln. Auch nicht “mit anderen Worten”
Schicke mindestens 3 Überschriftenvorschläge zur Abnahme.
Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine genommen wird. Verhindert, dass eine falsche oder irreführende Zeile drübersteht, die jemand anders in Eile neu geschrieben hat.
Vorteil 2: Der oder die CvD hat mehr Auswahl und Inspiration eine neue Zeile zu texten.
Stil von Titel und Teaser passt zur Stilform des Textes. Zeilen zu Meinungsstücken sind meinungsstark. Deskriptive Texte verzichten auf Wertung in der Zeile.
Streich generische Adjektive. Die “besten” Argumente, die “schönsten” Häuser und die “größten Fehler”. Alle diese Adjektive machen die Zeilen 1. erwartbar und 2. farblos.
Schaffe den “Krass so geht’s mir auch”-Moment. Leute klicken auf Texte, wenn es um Probleme geht, mit denen sie sich identifizieren können.
Texte lange Zeilen. Die helfen:
gegen Nominalstil. Starke Zeilen bestehen aus ganzen Sätzen mit einem Verb.
um die Balance zwischen Kreativität, Präzision und SEO zu finden.
um möglichst konkret zu werden.
Kreiere neue Wörter mit dem Ultimativen-TextHacks-Bindestrich-Hack.
Kategorie 4: Der Teaser
Teaser sind NICHT Zusammenfassungen von Texten.
Teaser müssen NICHT alle Aspekte des Themas nennen.
Schreibe deinen Teaser lieber im Stile eines starken Einstiegs.
Ein einfaches Konzept für einen Teaser: Der erste Satz muss reinziehen, der zweite kann erklären, der dritte erzeugt Neugierde, um den Klick zu provozieren.
Teaser-Typ 1: der Frage-Teaser. Stelle entweder die wichtigste Frage oder die interessanteste/überraschendste Frage. Funktioniert im ersten oder letzten Satz.
Teaser-Typ 2: komplett szenischer Teaser. Wenn das Thema klar aus der Zeile hervorgeht.
Teaser-Typ 3: der Meinungs-Teaser. Stelle eine klare These spätestens in den zweiten Teaser-Satz. Identifiziere Vorurteile oder beliebte Annahmen und stelle überraschende Realität dagegen.
Teaser-Typ 4: der Cliffhanger-Teaser. Beginne eine Mini-Geschichte und brich sie an der spannendsten Stelle ab. Oder stelle eine Frage, die extrem neugierig macht.
Vorsicht: vor Clickbait. Der Cliffhanger muss aufgelöst werden und darf niemals zu viel versprechen.
Kategorie 5: Struktur
Vor dem Schreiben
Überleg dir zuerst Überschrift und Teaser. Hast du damit Probleme, weißt du noch nicht, worüber du schreiben willst.
Schreib zuerst deine Zwischenüberschriften auf. Alles, was nicht direkt dazugehört: streichen.
Schreib neben jeden geplanten Absatz, welches Thema dort steht. Dann sortier die Themen.
Einstieg
Komm schnell zum Punkt. Bei informativen Texten spätestens im zweiten Satz.
Teaser und Einstieg sind eine Einheit. Schreib nach dem Teaser fort, statt neu auszuholen.
Der erste Satz ist inhaltslos oder pseudo-szenisch? Streichen.
Bei Service-Texten: Keine Allgemeinplätze – direkt mit konkreten Tipps starten.
Aufbau & Länge
Leser lesen in F-Form: Sie scannen zuerst horizontal, dann immer kürzer. Steht das Wichtigste vorne?
Ein Thema pro Absatz. Eine neue Information pro Satz.
Sätze nicht mit Infos überladen. Lieber zwei kurze Sätze als ein verschachtelter.
Quartz-Formel: Texte entweder unter 500 Wörter (Snack) oder über 800 (Tiefe). Alles dazwischen kann weg.
Visuelle Struktur
Auf einem Handyscreen sollte nie nur Textwüste zu sehen sein. Absätze, Zwischenüberschriften und Bullets schaffen Luft.
Aufzählung von mehr als 3 Punkten? Nutze Bulletpoints!
Hast du wichtige Informationen weit hinten im Text? Bullets können helfen, weil hier das Auge wieder hängenbleibt
Kurze Absätze. Faustregel: maximal 3–4 Zeilen auf dem Handy.
Nutze Fettungen, um Infos hervorzuheben.
Fette NICHT die Hälfte des Textes.
Fettest du vor allem in der zweiten Hälfte deines Texte, überprüfe: Stehen die wichtigsten Infos wirklich vorne?
Kategorie 6: Füllwörter und Füllsätze
Formuliere den Satz ohne das Füllwort und prüfe, ob sich der Sinn verändert.
Red Flag: mehrere Füllwörter hintereinander – „auch noch”, „aber auch”.
Füllwörter suggerieren Unsicherheit.
Und blähen Texte unnötig auf.
(Jede Regel hat Ausnahmen, wer Füllwörter in LinkedIn-Comments oder Mails benutzen will: klar. Aber: Füllwörter sind kein “Stil”)
Durchsuche dein Dokument am Ende nach den häufigsten Füllwörtern: auch, noch, schon, aber, vielleicht, sogar.
😰 Die Unsicheren Gerne genutzt in Mails. Gerne genutzt in Mails von Frauen. Kann vielleicht jemand mir das schicken? Wörter, die du streichen kannst: eigentlich // vielleicht // zumindest // eventuell // offenbar // wohl // quasi // prinzipiell // relativ
⏰ Die Aufbläh-Zeitangeber Gaukeln Zeitangaben vor. Sind oft überflüssig. Beispiel: Wir wollen das schon noch erledigen. Keine Ahnung, welcher Zeitpunkt gemeint ist. Wörter, die du streichen kannst: noch // schon // bereits // inzwischen // mittlerweile
🎓 Die Wichtigtuer Akademiker lieben sie. Alle anderen leiden. Wörter, die du streichen kannst: gewissermaßen // sozusagen // praktisch // im Grunde // genau genommen // strenggenommen // letztendlich // grundsätzlich
⚖️ Die Schein-Gegensätze Sie erfinden Widersprüche, wo keine sind. Beispiel: Aber es gibt auch Kritik an dem Vorschlag. Niemand hat vorher behauptet, es gäbe keine Kritik. Hack: Aber + auch = beliebte Füllwörter-Kombi. Wörter, die du streichen kannst: aber // jedoch // allerdings // dennoch // trotzdem // hingegen // andererseits // dagegen // wiederum
💧 Die Weichmacher Sie verwässern jede Aussage. Wörter, die du streichen kannst: irgendwie // so // ziemlich // relativ // eher // recht // wohl // etwa
📊 Die Pseudo-Mengenangaben Sie gaukeln Präzision vor. Liefern aber keine. Wörter, die du streichen kannst: durchaus // absolut // definitiv // völlig // komplett // total // echt // wirklich // tatsächlich
🔍 Die Scheinbeweise Sie tarnen schwache Argumente. Wörter, die du streichen kannst: offensichtlich // natürlich // selbstverständlich // logischerweise // verständlicherweise // bekanntermaßen // offenbar // anscheinend
🔗 Die Satzkleber Wer mehr als zwei hintereinander verwendet, hat 1 super Lösung: Bulletpoints. Statt 3 Argumente langatmig in drei Sätzen aufzuzählen, schreib lieber drei nummerierte Argumente. Wörter, die du streichen kannst: und // außerdem // zudem // zusätzlich // dann noch // weiterhin // dazu kommt // ebenfalls // des Weiteren // sowie
🔁 Die Wiederholer Muss ich nicht erklären oder wiederholen. Phrasen, die du streichen kannst: noch mal // wie bereits erwähnt // um es noch einmal zu sagen // wie zuvor // nochmal kurz // Neben X gilt auch Y
Füllsätze machen Sätze länger.
Plus: Die wichtigen Infos kommen erst im Nebensatz statt vorne im Text.
Füllsätze, die du streichen kannst: Es ist festzustellen, dass // Es darf nicht vergessen werden, dass // Es ist allgemein bekannt, dass // Es ist wichtig zu erwähnen, dass // Wir halten fest, dass // Es ist davon auszugehen, dass // Wir weisen darauf hin, dass // Es könnte sinnvoll sein, dass // Es scheint so, als ob
Kategorie 7: Nominalstil
Nominalstil bedeutet: Verben werden durch verwandte Nomen ersetzt. Aneinanderreihung statt aneinanderreihen. Vermeidung statt vermeiden. Weiterführung statt weiterführen.
Nominalstil kommt selten alleine: Meistens in Kombi mit Passiv und Fachsprache.
Finde Nominalstil: Durchsuche das Dokument nach den Endungen „-ung”, „-heit”, „-keit”.
Variante 1: Teil den verschachtelten Nominalsatz auf in mehrere Sätze und Nebensätze.
Variante 2: Wenn du mit einer Originalquelle arbeitest, die nominal formuliert, leg sie weg. Formulier komplett frei.
Wenn du Probleme hast, Nominalstil umzuformulieren, frage dich: Hast du überhaupt verstanden, was du schreiben möchtest?
Wenn du Sätze von Politiker*innen im Nominalstil liest, hinterfrage den Satz. Ist er verständlich? Oder inhaltsleer?
Kategorie 8: Adjektive
Vermeide generische Adjektive unter denen sich niemand etwas vorstellen kann.
Hack: Show, don’t tell. Male ein Bild vor den Augen der Leserinnen. Was genau war toll am Fest? Welche Szene kannst du schildern?
Trendwörter aus dem Marketing (klingen professionell, sagen nichts)
Streich „innovativ” – fast jedes Unternehmen behauptet das von sich. Das Wort hat keine Bedeutung mehr.
Streich „ganzheitlich” – ist das neue „irgendwie”.
Streich „dynamisch” – Start-ups lieben es, ihre eigenen Mitarbeiter nennen es: chaotisch.
Politik-Floskeln (Adjektive, die du abwählen solltest)
Streich „nachhaltig” – und schreib stattdessen, was konkret bis wann passiert. Beispiel: nicht „nachhaltige Reform”, sondern „Reform, die bis 2030 die Wartezeiten um 50 % reduziert”.
Streich „richtungsweisend” – meistens ins Nirgendwo.
Streich „zeitgemäß” – im Gegensatz zu was? Steinzeitlösungen?
Streich „zukunftsorientiert” – wäre lustig, wenn jemand sagen würde: „Wir handeln vergangenheitsorientiert, uns hat es das Jahr 1812 besonders angetan.”
Bewertungen ohne Inhalt
schön
einzigartig
toll
effektiv
vielseitig
hochwertig
solide
Superlative (bitte abstürzen lassen)
Streich „bahnbrechend” – behauptet jede zweite Studie von sich. Achtung: Wissenschaftsjournalismus-Falle.
Streich „erstklassig” – wenn der Service erstklassig war, wo finde ich dann die Bezirksliga?
Streich „revolutionär” – wenn schon der dritte Kaffeefilter dieses Jahr als revolutionär beworben wird, ist es Zeit für eine echte Revolution: Wir verbieten das Wort für alles unter Staatsumstürzen.
Streich „atemberaubend” – klingt nach Mord.
Streich „spektakulär” – muss mindestens eine Arena füllen, damit es ein Spektakel ist.
Streich „optimal” – suggeriert eine Perfektion, die es in der Realität nicht gibt.
Kategorie 9: Floskeln
Floskeln sind Formulierungen, die so verblasst sind, dass sie keine Wirkung mehr haben. Im Kopf entstehen keine Bilder mehr.
Woran erkenne ich Floskeln: Dass sie sehr häufig verwendet werden.
Plus: Stellt euch die Floskel bildhaft vor. Wirkt sie albern? Nicht verwenden!
“Angela Merkel gibt grünes Licht.” Wir stellen uns vor, wie sie eine grüne Kerze in der Hand hält.
Beispiele für Floskeln:
auf dem Holzweg sein
sich etwas abschminken
Ass im Ärmel
mit harten Bandagen kämpfen
die Spitze des Eisbergs
Zur Kasse bitten
steht vor der Tür
Hand in Hand gehen
den Rotstift ansetzen
Kategorie 9: Einfach schreiben
Komplizierte Texte entstehen meist, wenn die Quelle kompliziert schreibt. Leg die Originalquelle weg und formulier komplett frei. Nutze dabei nur Wörter, die du im Alltag benutzen würdest.
Details können anschließend ergänzt werden.
Frage dich: Würde ich diese Wörter im Alltag verwenden?
Der Küchenzuruf 2026: Schick dir selber eine Sprachnachricht.
Formuliere, wie du einem Freund in einer Sprachnachricht erklären würdest, worum es geht.
1 Satz = 1 neue Information.
Wenn ein Komma drin ist, kann man kürzen. Fang damit an.
Verben stehen im Deutschen in Nebensätzen oft am Ende oder werden getrennt. Je länger der Satz, desto mehr verliert sich der Zusammenhang.
Lies den Satz laut vor.
Überlege, wie du dein Produkt oder das Prinzip einem Kind erklären würdest.
Schreibe nur, was du selber verstanden hast.
Kategorie 10: Schreibblockaden
Setz dir Zeichenziele pro 15 Minuten oder pro Stunde.
Dein Ziel: Schreib nicht perfekt, sondern komm in den Flow.
Mach die Aufgabe so klein wie möglich und schreibe sie als To Dos auf.
Mach dir zwei Dokumente: eins für den finalen Text und eins nur für Ideen und schöne Sätze.
Mach Pausen. Nach 45 Minuten spätestens.
Wenn gar nix geht, nimm dir vor “nur 10 Minuten” zu schreiben.
Nimm eine Sprachnachricht auf, in der du einer fiktiven Person von deinem Text erzählst
Schreib es dann genau so auf.
Geh einmal um den Block.
Wenn du im Flow warst und nicht weiter kommst: Lass es liegen und schreib morgen weiter.
Kategorie 11: Mails
Struktur & Aufbau
Das Wichtigste kommt zuerst. Kein Blabla-Einstieg.
Schreibe To-dos an den Anfang der Mail, nicht ans Ende und nicht verteilt über den Text.
Strukturiere To-dos in Bulletpoints – das erlaubt direkte Antworten auf einzelne Punkte.
Fette alle Punkte, die eine Reaktion erfordern.
Füge jeder Aufgabe eine klare Deadline hinzu.
Verzichte auf Anhänge – pack die Infos direkt in die Mail.
Checke deine Fakten, bevor du sendest. Niemand hat Lust auf Follow-up-Mails, weil wichtige Infos fehlen.
Sprache
Streiche Füllwörter: „vielleicht”, „eigentlich”, „auch”, „noch”, „schon”.
Kommen zwei Füllwörter hintereinander: mindestens eines streichen.
Verzichte auf Abschwächer wie „meiner Meinung nach” oder „ich denke”. Es ist deine Mail – das ist logisch.
Vermeide Fragen und Konjunktiv, wenn du dir deiner Sache sicher bist.
Ankündigungs-Mails: Smart-Brevity-Methode
Satz 1: Die Kernaussage. Was ist neu?
Satz 2–3: Warum das wichtig ist.
Nutze Bulletpoints für diese Details
Letzter Satz: Was jetzt passiert – konkret.
Bitte-Mails
Stell dir vor dem Schreiben drei Fragen: Was willst du konkret? Bis wann? Welche Aktion soll der Empfänger durchführen?
Denk an die Perspektive des Empfängers: Welchen Nutzen hat er? Wie minimierst du seinen Aufwand?
Weiterleitungen
Fasse den E-Mail-Verlauf in 2–3 Sätzen zusammen, bevor du weiterleitest.
Beschreibe die Aufgabe präzise und nenne eine Deadline. „Bitte kümmern” ist keine Aufgabe.
Betreffzeilen
Betreffzeilen, die niemand lesen möchte: Wtr / AW:RE:RE / Eilt / Bitte lesen / Siehe unten / Bitte kümmern / Scan-Nummern.
Die wichtigsten Infos stehen in den ersten 2–3 Wörtern des Betreffs.
Nutze interne Kürzel im Betreff: ENTSCHEIDUNG, HEUTE, FRIST, INFO, FRAGE, @Name.
Einigt euch im Team auf ein einheitliches System für Kürzel – damit alle dasselbe darunter verstehen.
Statt Kategorie 12: Die 10 TextHacks-Gebote
Du sollst im ersten Satz nicht rumlabern.
Du sollst ja vielleicht auch keine Füllwörter nutzen.
Du sollst dich der Unterlassung der Nutzung und Verwendung des Nominalstils verschreiben.
Dir wird von Passivkonstruktionen abgeraten.
Du sollst kurze Sätze schreiben. Und mittellange Sätze, die sich damit abwechseln. Und wenn du einfache Sprache benutzt, die Leser dir folgen können, du im Flow bist, dann kannst du ausnahmsweise einen langen Satz schreiben. Ausnahmsweise. Aber nur einen.
Du sollst dir Zeit für deine Überschrift nehmen.
Du sollst einfache Sprache nutzen. Und keine redundante Akkumulation von metasprachlichen Diskursivitäten.
Du sollst keine Themen neben deiner Kernbotschaft haben. 1 Satz = 1 Info. 1 Absatz = Thema.
Halt dich kurz.
Leite diesen Newsletter weiter. Ich bin so stolz darauf, dass dieser Newsletter wächst, weil ihr ihn empfehlt <3
Und damit hallo an alle, die hier unten angekommen sind. Nächste Woche halte ich mich wieder kürzer, versprochen! Liebe Grüße, Anne-Kathrin




Puh….viel! Das wäre doch auch ne Regel. Nein, Spaß. Lieben Dank für die unglaublich vielen und aufwendigen Impulse. Muss ich nochmal in Ruhe durchgehen. Viel Erfolg weiter ✌️
Danke! Hab’s gleich an zwei Freundinnen weitergeleitet, deren KollegInnen dieseHacks dringend brauchen.
Frage: Wo finden wir die Liste für literarisches Schreiben?