KI-Special 1: So schreibe ich einen Prompt
Für Fortgeschrittene: Prompting-Hacks ohne Hype und Mythen
Präsentiert von…
Willkommen zum KI-Special, Teil 1…Danke an die KI-PR-Software blinq, die diese sehr aufwändige Folge gesponsert und ermöglicht hat. Und weil es in diesem Newsletter nur nützliche Werbung gibt, verlinke ich euch deren Studie zum Thema: Auf wen verlinkt ChatGPT? (Anzeige, Infos und Rabattcode gibt’s unten)
Thema: Wie schreibe ich einen Prompt?
Wir starten mit 5 Linkempfehlungen:
DER Promptingüberblick, vergesst alle LinkedIn-Postings über angebliche Prompt-Formate und lest nur dieses Dokument: Ein wissenschaftlicher Promptingguide mit einer Übersicht über Promptingtechniken. Sehr nerdy, aber keine Sorge: eher Inspiration als “muss ich alles verstehen und anwenden”.
Etwas weniger nerdy, der Prompt Engineering Guide
Der ChatGPT5-Optimizer: Hier könnt ihr eure Prompts reinhauen und von ChatGPT selber optimieren lassen auf bestimmte Modelle.
Zwei Leuten, denen ihr auf LinkedIn folgen solltet, die keine selbsternannten KI-Gurus sind: Mathematikerin Barbara Lampl und Nicole Leffer (Marketing und KI, auf Englisch)
(Wenn ihr jetzt denkt: Ich will erst einmal wissen, was ein Prompt ist, lest zuerst die Anfänger-Folge, die ich vor einer Minute geschickt habe)
Das Standard-Prompt-Format und was ich davon halte
Das Standard-Format für Prompts sieht so aus:
ROLLE
Du bist ein Marketing-Manager
AUFGABE
Verfasse ein LinkedIn-Posting über LinkedIn-Postings
KONTEXT
für eine Webdesign-Firma
FORMAT
Schreibe drei Absätze
Starte mit einer Hook
Schließe mit einem Call-to-Action
Mit diesem Format macht ihr nichts falsch! Nach dem Werbeblock gehen wir tiefer rein…
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Zur Rolle:
Die Rolle bedeutet, wir sagen der KI, für wen sie sich ausgeben soll und aus wessen Perspektive sie schreiben soll. Angeblich werden die Antworten dann besser.
Du bist Journalist
Du bist Anwalt
Du bist Pressesprecher
Halte ich für überbewertet. Ich habe viele Prompts getestet, “du bist Journalist” macht die Antwort nicht stärker, wenn der Rest vom Prompt nicht sauber geschrieben ist. Es gibt sogar eine Gefahr: Die KI reproduziert die Mittelmäßigkeit deiner Branche.
“Du bist LinkedIn-Copywriter” führt dann zu Clickbait-Einstiegen in deinen Text, obwohl das nicht zu dir passt.
“Du bist Mitarbeiter einer Behörde” könnte zu Texten führen, die klingen wie deine Steuererklärung.
Wichtiger als die Rolle: Den Kontext präzise zu definieren (siehe unten). Und: Nutze Fachbegriffe aus deiner Branche, das hilft der KI viel stärker, auf das richtige Wissen zuzugreifen. Den Ton definierst du dann im Kontext.
Zur Aufgabe:
Hier schreibst du der KI, was sie machen soll. Wichtig: Teile deine Aufgabe in verschiedene Stufen und kreiere mehrere Prompts, wenn deine Aufgabe sehr komplex ist. Beispiel: Du kannst keine Doktorarbeit mit einem Prompt schreiben. Sondern würdest einen Prompt für die Einleitung schreiben, einen Prompt für die Recherche, usw.
Wenn du mehrere Aufgaben in einen Prompt packst, lass sie die KI nacheinander ausführen. Was für dich 1 Aufgabe ist, kann für die KI übrigens aus mehrere bestehen. Beispiel mein Überschriftenprompt:
Die KI sucht erst nach spannenden Details im Text
Dann sucht sie nach der Kernbotschaft
Dann setzt sie das Ganze zu einer Überschrift zusammen.
Zum Kontext und Format:
Der Kontext ist das Herzstück jedes Prompts. Stell dir vor, du müsstest einem Praktikanten die Aufgabe erklären und willst nicht, dass er alle fünf Minuten in dein Büro läuft und ruft: Wie lang soll eigentlich der Text sein? Soll ich die Leute siezen oder duzen? Hier sind Beispielfragen, die dein Kontext beantworten kann:
Ziel und Zielgruppe:
Was soll der Text erreichen (informieren, unterhalten, konfrontieren)
Wer ist die Zielgruppe des Textes (präzise bitte, nicht “Politiker” sondern “SPD-Politiker, die skeptisch sind, weil XYZ)
Aufbau und Sprache:
Wie lang soll der Text sein? (Zeichenanzahl, Absätze, Lesezeit)
Wie soll der Text aufgebaut sein?
(Diese Infos können in Kontext oder Format)
Welcher Ton passt? (förmlich, locker, provokant, sachlich, humorvoll)
Du oder Sie?
Welches Format? (Fließtext, Bulletpoints, Dialog, Schritt-für-Schritt)
Welche Sprachvorgaben? Hier empfehle ich die TextHacks-Regeln
keine Füllwörter
kein Nominalstil
kurze Sätze
kein Passiv
Restlicher Stilcode eurer Firma
Der Kontext ist eine Folge für sich, deshalb hier stop, die Grundidee ist klar, wir gehen ausführlicher rein gegen Ende des KI-Specials.
Du kannst den Kontext übrigens nutzen, um grundsätzlich über deine Texte nachzudenken. Wenn ich für Firmen Prompts schreiben soll, frage ich immer zuerst: Was ist das Ziel dieses Textes? Und wer ist die Zielgruppe? Meistens folgen darauf fünf Minuten Schweigen. Prompts helfen uns, neu über Texte nachzudenken.
Ein einfaches Modell, um Texte zu schreiben, die weniger ICH ICH ICH sind: dieser Prompt. (zusammen mit weiterem Kontext):
Ich will einen Text für [ZIELGRUPPE] schreiben, die aktuell folgendes Problem hat: [PROBLEM].
Ich kann helfen, indem ich [LÖSUNG].
Die Leute lesen das, weil [MOTIVATION].
Teilen würden sie es, wenn [TEILGRUND].
Nach dem Lesen sollen sie [VERÄNDERUNG].
Ich rechne mit Widerspruch bei [KONTROVERSE].
Der Text soll [FUNKTION: informieren, überzeugen etc.].
Ziel ist, dass die Leser [ZIEL].
Die Leser wissen bereits [VORWISSEN], haben folgende Meinung: [MEINUNG].
Sie sind noch nicht überzeugt, weil [BARRIEREN].Das war ganz schön viel. Welche Punkte sollen wir ausführlicher behandeln? Welche Fragen sind offen?
Zum Abschluss 7 Mini-Hacks:
Garbage in, garbage out. Habe ich von Barbara Lampl gelernt. Wenn ihr mit dem Ergebnis nicht zufrieden seid, dann verbessert den Prompt. (Ich habe ihren Advanced Prompting Workshop gemacht, hier findet ihr neue Termine)
Daraus folgt: Wir optimieren nicht das Ergebnis, sondern immer den Prompt. Das heißt: Macht nicht nach 1 mittelmäßigen Ergebnis 7 neue Anweisungen an die KI à la: jetzt mach noch die Füllwörter raus, jetzt mach eine neue Struktur. Am Ende führt das dazu, dass ihr ständig ewige Chats habt und den Text hättet selber schreiben können. KI bietet sich immer für regelmäßige Textformate an, also lieber: einmal ein ordentlicher Prompt als ständig ein ewiger Chat.
Sowieso: Keine endlosen Chats. Fangt einen neuen Chat an, wenn ihr eine neue Aufgabe habt und quetscht nicht alles in 1 Chat. Das System wird in 1 Chat müde und die Ergebnisse schlechter.
In welchem Modell soll ich meine Prompts schreiben? Kommt drauf an. Hauptsache nicht im Microsoft Copilot. Der ist ausgelegt auf Produktivität, nicht auf schönes Schreiben. Überredet eure Führungskräfte, dass ihr für Texte Claude oder ChatGPT nutzen könnt. Das Argument Datenschutz hat mit den meisten Texten, die ihr schreibt, nix zutun. Was ihr braucht sind klare Richtlinien, was geht und was nicht. (Es gibt Zwischenlösungen wie Langdock, wo ihr auf europäischen Servern Zugriff auf Claude, ChatGPT, Mistral und andere Modelle habt). Ich schreibe in Claude, wer eher unkreative Texte schreibt mit klarer Struktur, wendet sich an ChatGPT.
Testet die Tools an eurer größten Stärke. KI kann aktuell eher Stärken stärken als Schwächen ausbessern. Ihr könnt auf Plattformen wie you.com ein Abo abschließen und dann einen Prompt in zig verschiedenen LLMs testen. Und dann das Ergebnis mit eurer Expertise bewerten. Ich kenne mich gut mit Überschriften aus, deshalb weiß ich dann: Ist das Unsinn, ist das Mittelmaß, welches LLM kann Überschriften wirklich?
Bedenkt immer: Die Ergebnisse sind nur so gut wie die Inhalte, auf denen das LLM trainiert ist. Für exzellente Ergebnisse müsst ihr Exzellenz 1. definieren und 2. in einen Prompt übertragen. In der nächsten Folge lernen wir das.
Schreibt euren Prompt in dem Stil, in dem euer Text geschrieben sein soll oder in dem die KI arbeiten soll. Wenn ihr einen kreativen Text haben wollt, schreibt in kreativer Sprache euren Prompt. Wenn ihr einen analytischen Text wollt, arbeitet die KI danach analytisch. Sie spiegelt euch.
Was euch im KI-Special erwartet:
In den nächsten Wochen folgen die Themen:
Wie schreibe ich einen Masterprompt für eine Textgattung?
Wie kann die KI in meinem eigenen Stil schreiben?
Für welche Aufgaben lohnt sich KI?
Beispiel-Prompts!
Eure Themenvorschläge!
Das war’s für heute! Immer dran denken: Das sind meine Hacks, Prompting kann für euch ganz anders funktionieren! Liebe Grüße, Anne-Kathrin




Vielen Dank für diesen Artikel. Ich arbeite im Controlling und das Thema KI wird immer präsenter für uns.
Ich bin Coach für Langzeitarbeitslose. Mein Job ist sie in eine Ausbildungsstelle oder Arbeitsstelle zu vermitteln. Ich muss also jeden Tag diverse Bewerbungsschreiben verfassen. Dazu lade ich den Lebenslauf und die Stellenbeschreibung hoch und lasse das Bewerbungsanschreiben generieren. Heraus kommt das typische KI -Anschreiben, das sicher jeden Recruiter nervt. Die Texte sind auch nicht CTS optimiert. Hast Du eine Idee für einen Prompt?
Liebe Grüße Giorgio