17 Kommentare
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Avatar von Vanessa

Vielen Dank für diesen Artikel. Ich arbeite im Controlling und das Thema KI wird immer präsenter für uns.

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

spannend, gibt es besondere Themen, die für dich spannend wären?

Avatar von Giorgio

Ich bin Coach für Langzeitarbeitslose. Mein Job ist sie in eine Ausbildungsstelle oder Arbeitsstelle zu vermitteln. Ich muss also jeden Tag diverse Bewerbungsschreiben verfassen. Dazu lade ich den Lebenslauf und die Stellenbeschreibung hoch und lasse das Bewerbungsanschreiben generieren. Heraus kommt das typische KI -Anschreiben, das sicher jeden Recruiter nervt. Die Texte sind auch nicht CTS optimiert. Hast Du eine Idee für einen Prompt?

Liebe Grüße Giorgio

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

Hey Giorgio, interessanter Case! Benutzt du aktuell einen besonderen Prompt und könntest du mir den schicken? Oder schreibst du einfach: Generiere ein Bewerbungsanschreiben? Auch hier würde ich empfehlen: Definiere selber, wie ein gutes Bewerbungsanschreiben aufgebaut ist. Oder lass ihn mehrere gute analysieren (Anleitung dazu nächste Woche). Wenn du magst, kann ich es an deinem Beispiel gerne mal durchspielen. Perfekt wäre ein Anschreiben, was quasi perfekt ist plus eine typische Stellenbeschreibung an mail@akgerstlauer.de, dann setz ich mich dran

Avatar von Stefan

Ich bin Arbeitgeber (nur ein ganz kleines Unternehmen) und bin da in einem interessanten Zwiespalt:

Ich habe keinerlei Verständnis für Bewerbungen ohne personalisiertes Anschreiben. Wer sich bei der Bewerbung nicht die Mühe macht, meinen Namen zu recherchieren oder kurz irgendetwas an unser Unternehmen und die konkrete Stellenausschreibung anzupassen, wird später auch nicht in der Lage sein, auf Kundenfragen individuell einzugehen. Auch Rechtschreibfehler und krude Formulierungen müssen nicht mehr sein - zumindest seinen eigenen Text durch KI fehlerfrei ausbessern zu lassen, setze ich im Jahr 2025 eigentlich voraus.

Gleichzeitig sind Standard-KI-Bewerbungen völlig nutzlos, weil sie mir überhaupt keine Einschätzung darüber erlauben, auf welchem Niveau die Bewerberin oder der Bewerber tatsächlich ist. Es ist für beide Seiten Zeitverschwendung, wenn dann im Bewerbungsgespräch deutlich wird, dass ohne KI die Artikulationsfähigkeit plötzlich auf nahezu Null absinkt.

In der Summe braucht es das Gleichgewicht: Ich suche Leute, die KI-Tools sinnvoll einsetzen können, aber es muss durchscheinen, dass grundsätzliche Kompetenzen und ein echtes Interesse tatsächlich vorhanden sind. Aber klar, es kommt da extrem auf Branche, Job-Art und künftiges Tätigkeitsfeld an.

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

Ich verstehe den Punkt, was meinst du genau mit Artikulationsfähigkeit, also im Mündlichen? weil schriftlich würde ich sagen: Wenn die Leute die KI stark nutzen können, super. Mein Gefühl ist immer, damit eine Bewerbung mit KI wirklich stark ist, muss ich auch selber inhaltlich halbwegs drin sein

Avatar von Stefan

Da muss ich ein bisschen ausholen und recht konkret auf meinen Einzelfall eingehen: Wenn ich für mein kleines Softwareunternehmen eine Person für den Support suche, kennt niemand vorher das Produkt. Deshalb kommt es auf Fachwissen ("inhaltlich halbwegs drin sein") nicht an, sondern fast ausschließlich auf Soft Skills wie eben: Artikulationsfähigkeit.

Wenn jemand dann einen Knowledge-Base-Artikel oder einen Abschnitt im Benutzerhandbuch mit KI-Unterstützung schreibt: Prima, gern. Wenn eine Mail-Anfrage reinkommt, die Person hat eine Idee für die Antwort, notiert sie in Stichworten und lässt sie von KI ausformulieren: Auch okay. Aber dann müssen meine Supporter:innen eben auch telefonieren und manchmal auch dringende Mails schnell beantworten.

In diesem ganz spezifischen Tätigkeitsfeld kommt das Fachwissen mit der Zeit. Aber ob jemand Probleme erfassen und angemessen darauf antworten kann, das bringt man mit oder nicht. Und an dieser Stelle sehe ich diese Ambivalenz bei KI-Unterstützung in Bewerbungen: Gerade weil es für mich oft gar nicht um bestimmte Punkte im Lebenslauf oder harte Skills geht, ist es so schwer, Bewerbungen richtig einzuschätzen. Ist das Anschreiben so gut, weil jemand KI ganz gekonnt nutzt und sein Potenzial noch weiter ausreizt? Oder ist das anschreiben _nur_ dank KI gut und wäre sonst unbrauchbar?

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

ja verstanden, hast du dann über kurze Videobewerbung mal nachgedacht, so fünf Minuten vorstellen?

Avatar von Stefan

Klar, wird gemacht, aber der erste Kontakt ist immer eine Bewerbung in Textform. Und um nochmal auf den Ursprungs-Kommentar von Giorgio zurückzukommen: Genau da baut sich das Spannungsfeld auf: zwischen "das typische KI-Anschreiben, das sicher jeden Recruiter nervt" und "KI sinnvoll nutzen". Ob man die Grundlagen von Prompting in einem Coaching für Langzeitarbeitslose vermitteln kann? Dass der Coach die Bewerbungen als Service für die Bewerber erstellt, kann auf Dauer nicht sinnvoll sein, denke ich. Auf jeden Fall ein sehr spannendes Einsatzgebiet für LLMs!

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

Nein, ich würde auch eher einen Prompt generieren, der Fragen stellt und Beziehung herstellt zwischen Lebenslauf und Unternehmen. Die meisten Anschreiben sind ja generisch oder erzählen den Lebenslauf weiter

Avatar von Angelika B.

klingt überzeugend und für mich sehr interessant, weil ich seit kurzem erst angefangen habe, mich mit Bots zu beschäftigen. Erst ist man total begeistert und dann enttäuscht, weil die Antworten nicht wie erwartet sind. Die richtigen Promts zu schreiben ist anfangs schwierig, weil man zu menschlich handelt und denkt. Der Bot ist ein Bot! Danke für die vielen Ideen, wie man es besser macht. Ich merke langsam Besserung.

Avatar von Claas-Hendrik Berg

Ganz schön viel Werbung für das bissl Input. Erschlägt einem ja fast und nimmt lust zu lesen. Ich will nur weiter scrollen... 🙃

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

Danke für dein Feedback, Werbung finanziert meine Arbeit :) Ganz liebe Grüße, Anne-Kathrin

Avatar von Claas-Hendrik Berg

Dessen bin ich mir bewusst. Dachte eine Anmerkung kann dennoch nicht Schaden. Schließlich gehts es ja bei dir ums schreiben. Und dazu gehört ja auch die Form, wie es präsentiert wird. Wenn ich als Leser dabei das Gefühl habe, days der Text nur eine Umrandung einer Werbetafel ist, bringt ja auch der beste Text nichts. Was schade ist. Das hat der Text ja nicht verdient. 🙃

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

Verstehe! Hatte mich nur über die Formulierung "für das bissel Input" gewundert, weil die Folge für TextHacks-Verhältnisse sehr lang und ausführlich war, aber weiterscrollen ist sowieso und immer erlaubt.

Avatar von Claas-Hendrik Berg

Hey, entschuldige bitte! Anscheinend bin ich in sonderbarer, unbemerkter Pöbelstimmung gewesen! Das ist viel grantiger herübergekommen, als es gemeint war und als es sein sollte. Vollkommen unangebracht, me scusi!

Merkwürdig, wie eine unterschwellige Stimmung manchmal beeinflussen. Kommentarspalten benötigen dringend ein 10-Sekunden-Bedenkzeit-Fenster, ein "Bist du dir wirklich sicher, dass du das so posten möchtest???"-Reminder.

Mach weiter mit deiner tollen Arbeit, und lass dich bloß nicht von so Deppen wie mir verunsichern. 🙃

Avatar von Anne-Kathrin Gerstlauer

das ist die schönste und netteste Entschuldigung ever, ich schalte dir einen Monat Paid frei <3