Der Schlussmach-Guide
5 Hacks fürs Ende von Projekten + 10 Diktier-Tools
Willkommen zu TextHacks! Wir starten rein mit euren Lieblingstools, um Texte zu diktieren. Danke an alle, die die Folge „Stirbt die Tastatur” zur meistkommentierten TextHacks-Folge aller Zeiten gemacht haben. Das sind eure Empfehlungen:
Superwhisper – empfohlen von Tatiana für Spaziergänge und Crossfit
TypeWhisper – empfohlen als deutsche Alternative
Handy (Mac-App) – Diktierfunktion, tippt Text lokal an der Cursor-Position ein, ohne Cloud
JoJo Transcribe – wandelt Audio/Video in SRT-Untertiteldateien um
Aqua Voice – laut einem Kommentar „deutlich besser” als WisprFlow
AI Edge Eloquent (Google) – kostenlose, lokal speichernde Transkriptions-App
Blitztext (blitztext.de) – Open-Source-Diktier-Tool
Hedy.ai – für Meeting-Transkription, Zusammenfassungen, auch lokal nutzbar
Spokenly – gratis, man kann das KI-Tool selbst wählen, Open Source
Wispr Flow – mehrfach genannt, u. a. für Bühnenauftritte und Notizen, nutze ich aktuell
Ausführliche Bewertungen findet ihr in der alten Folge im Kommentarbereich. Und damit zu Thema 2 heute, wird kein Gute-Laune-Thema: Enden.
Während ich an einem norwegischen Fjord mit 88 Mückenstichen sitze, überlasse ich den Rest der Folge Marina Schakarian. Sie arbeitet als Beraterin und begleitet Teams und Unternehmen durch Umbrüche und Enden. Ihr neues Buch betrifft uns alle: „Weniger Machen, Mehr Schaffen” ist ein Leitfaden raus aus der strukturellen Überlastung und ein Plädoyer gegen Produktivitätswahn, für mutiges Aussortieren und bewusst gestaltete Enden. Könnt ihr hier bestellen: https://buch.schakarian.com/
5 Hacks, die jedes Ende besser machen
Wir starten Projekte mit großen Kick-offs. Aber wir beenden sie oft in knappen Nebensätzen. Projektenden, Kündigungen, Umstrukturierungen: Enden gibt es im Arbeitsalltag überall. Statt sie gut zu gestalten, werden sie verschleiert, kleingeredet oder gar nicht erst ausgesprochen. Dabei entscheidet ein guter Abschluss darüber, wie wir die Zusammenarbeit in Erinnerung behalten und wie gut wir weitermachen können.
Hack 1: Der Ehrlichkeits-Hack
Das Ende beim Namen nennen, auch wenn es ungewohnt oder unangenehm ist. Das Rätselraten, ob die Veränderung die eigene Arbeit betrifft, macht uns mürbe und zynisch.
Nicht so: „Wir entwickeln uns weiter und stellen uns neu auf.“
Besser so: „Im Zuge der neuen Strategie müssen wir einige Projekte beenden. Das betrifft auch Team XY: Euer Projekt läuft zum Ende des Jahres aus und wird leider nicht fortgeführt.“
Wieso: Sag, was endet. Sag, wann. Sag, wen es betrifft. Ohne Klarheit keine Verarbeitung. Ohne Verarbeitung kein guter Neuanfang.
Hack 2: Der Emotions-Hack
Nach großen Ankündigungen rumort es in den Chats, in Meetings kippt die Stimmung. Wer Emotionen unterdrückt, kann gut nicht verarbeiten und loslassen.
Nicht so: „Das ist eine große Chance für uns, lasst uns nach vorne schauen.“
Besser so: „Diese Veränderung betrifft manche von euch stärker als andere. Lasst uns darüber sprechen: Was geht für euch verloren? Was werdet ihr vermissen?“
Wieso: Fühlen statt Schönreden. Emotionen sind unser Schlüssel zur Verarbeitung. Damit Gefühle geäußert und ernst genommen werden, braucht es konkrete Gelegenheiten.
Hack 3: Der Wertschätzungs-Hack
Nur weil etwas endet, ist es nicht wertlos. Wir tendieren dazu, den Blick zu schnell aufs Neue zu richten und so das Alte ohne Wertschätzung gehen zu lassen.
Nicht so: „Das neue Produkt wird uns nach vorne bringen.“
Besser so: „Ohne das bisherige Produkt wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Alle Beteiligten haben Immenses geleistet.“
Wieso: Sag Danke, bevor du weiterziehst. Was endet, darf gewürdigt werden, ohne verklärt zu werden.
Hack 4: Der Gestaltungs-Hack
Ein Ende kann sich wie Kontrollverlust anfühlen. Je unkonkreter und rigoroser kommuniziert wird, desto mehr halten wir dagegen.
Nicht so: „Die Entscheidung steht, bitte tragt sie mit.“
Besser so: „Die Entscheidung steht: Das Projekt endet. Gestalten können wir noch, wie wir die Übergabe organisieren, wann wir welche Schritte gehen und wie wir nach außen kommunizieren.“
Wieso: Wer weiß, was gestaltbar ist, bekommt ein Stück Handlungsspielraum zurück. Das spart Energie und endlose Diskussionsrunden.
Hack 5: Der Zwischenraum-Hack
Nicht jedes Ende braucht direkt einen Neuanfang. Die Zeit dazwischen möchten wir am liebsten überspringen. Bitte nicht!
Nicht so: „Ab nächsten Monat gilt die neue Organisationsstruktur.“
Besser so: „Bevor wir direkt in die Zukunft springen, klären wir drei Fragen: Was lassen wir los? Was nehmen wir mit? Was machen wir beim nächsten Mal anders?“
Wieso: Erkenntnisse helfen, um ein Ende nicht nur zu akzeptieren, sondern Wiederholungsfehler in Zukunft zu vermeiden und Wissen zu konservieren.
Vielen Dank, Marina! Damit findet dieser Newsletter zum Ende. Wobei ich genau damit Woche für Woche unzufrieden bin. Im Sommer überlege ich mir mal eine kreative Kategorie für’s Ende. Vorschläge willkommen!
Liebe Grüße, Anne-Kathrin
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Alles richtig und wichtig, was du da schreibst. Leider bin ich mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an deinen Artikel herangegangen. Ich dachte, es geht um das Ende finden für einen Essay, Tipps für das Ende in einem Buch und so weiter. Aber nichtsdestotrotz war es keine verschwendete Zeit, den Artikel zu lesen. Vielen Dank.
Organisationen verschleiern Enden nicht nur, um Gefühle zu schonen. Sie verschieben damit Verantwortung.
„Wir stellen uns neu auf“ lässt eine getroffene Entscheidung wie einen natürlichen Prozess erscheinen. Plötzlich endet nichts, niemand hat entschieden und niemand scheint für die Folgen verantwortlich zu sein.
Ein gutes Ende beginnt deshalb mit drei klaren Angaben: Wer hat was entschieden, wen betrifft es und was geht tatsächlich verloren?